Die sieben Sicherheiten

In der Evolutionspädagogik® nehmen wir die sieben Evolutionsstufen als Modell um sich besser in die einzelnen Stufen hineinversetzen zu können. Jeder Mensch durchlebt in seiner Entwicklung innerhalb der ersten 3 bzw. 4 Lebensjahren diese sieben Stufen mit den verschiedenen Fähigkeiten, die wir in unser Leben integrieren sollten. Jede Entwicklungsstufe hat eine Bandbreite an eigenen Wahrnehmungs-, Verhaltens-, Bewegungs- und Sprachmustern. Die Pole der Bandbreite sind als gleichwertig anzusehen und von gleicher Notwendigkeit. Es braucht ausreichend Zeit und Möglichkeit die Bewegungen einzuüben und so die jeweilige Stufe zu integrieren.

Lernen ist ein langsames sich Aufrichten

Die Neurologie hat nachgewiesen, dass Intelligenz und Lernen immer mit der Bewegungsfähigkeit des Menschen zusammenhängen. Durch Bewegung bildet sich das gesamte Netzwerk im Gehirn. Lernen ist ein langsames Sichaufrichten, dass von Bewegung und Erfahrung angetrieben wird. Das vollständige Aufrichten eines Kindes wird vom mitwachsenden Gleichgewicht begleitet. Den Körper aufrecht zu halten, ist eine ungeheure Entwicklungsleistung. Dies muss alles automatisiert ablaufen, d.h. wenn das Kind sich bewusst ums Gleichgewicht kümmern muss, ist es bei der Erledigung anderer Aufgaben beeinträchtigt. Intelligenz hat also mit Gleichgewicht zu tun. Der Geist ist umso beweglicher, je mehr der Körper im Gleichgewicht ist.  In der jeweiligen Entwicklungsstufe wird das enstsprechende Gleichgewicht trainiert. Erst wenn ein Kind das nötige Körpergleichgewicht erlernt hat, beginnt es zu laufen. So ist es auch mit dem Lernen, es muss ein Gleichgewicht (körperlich, geistig, seelisch und emotional) bestehen, damit Lernen gelingen kann.

Wird eine Entwicklungsstufe nicht ausreichend erfahren, erlebt und integriert kann sich dies auch auf die anderen Stufen und somit auf die Entwicklung auswirken. Blockaden entstehen, d.h. das Gelernte ist nicht verfügbar bzw. es kann nicht auf den benötigten Gehirnbereich zurückgegriffen werden. Defizite in der Koordination, im Verhalten und im Denken sind mögliche Folgen. Stressfreies Lernen ist nicht möglich.

Gezielt eingesetzte Bewegungsübungen dienen in der Evolutionspädagogik® bisher ungenügende Vernetzungen im Gehirn auszubauen und ein Gleichgewicht herzustellen. Unser Ziel ist es die Blockaden zu lösen und die Fähigkeiten auf der jeweiligen Stufe zu integrieren und den Menschen in der persönlichen Lebenskompetenz zu stärken.

Mit der Evolutionspädagogik® werden diese sieben Sicherheiten gefestigt, die der moderne Mensch für seine individuelle Entwicklung benötigt!

Stufe 1 – Der Fisch – URSICHERHEIT

Lebenskompetenz: Vertrauen ins Leben

Leitgedanke: Einfach da sein ist genug!

Pole der Bandbreite: Ruhe in der Einheit – Bewegung in der Einheit

Mögliche Verhaltensmuster bei mangelnder Integration:

Lernt spät Schwimmen, mangelnde Unterrichtsbeteiligung, Angst vor Wasser, Verlustängste

Stufe 2 – Amphibie – ERLEBNISSICHERHEIT

Lebenskompetenz: Erfahren und Neugier, Motivation

Leitgedanke: Schüchtern sein heißt sich schützen können!

Pole der Bandbreite: Rückzug – Neugier

Mögliche Verhaltensmuster bei mangelnder Integration:

Extreme Schüchternheit, „Null-Bock“, Draufgänger – Gefahren nicht abschätzen können

Stufe 3 – Reptil – KÖRPERSICHERHEIT

Lebenskompetenz: Kraft haben, zum richtigen Zeitpunkt loslegen

Leitgedanke: Aggressiv sein heißt kraftvoll sein!

Pole der Bandbreite: Innehalten – blitzartiges Loslegen

Mögliche Verhaltensmuster bei mangelnder Integration :

„Kommt nicht in die Gänge“,  extrem langsam, ADS ,ADHS, Bettnässen, Ticks (Fingernägel kauen, beißen), unkontrollierte Aggressivität, Sprunghaftigkeit

Stufe 4 – Säugetier – GEFÜHLSSICHERHEIT

Lebenskompetenz: Wahrnehmen der Gefühle

Leitgedanke: Ängstlich sein heißt Gefühle (Bedürfnisse) zeigen können!

Pole der Bandbreite: Distanz – Nähe

Mögliche Verhaltensmuster bei mangelnder Integration:

Ist zu nah dran, sehr distanziert, Koordination der Grobmotorik ist beeinträchtigt, Ungenauigkeit im Arbeitsverhalten, LRS, Dyskalkulie

Stufe 5 – Affe – GRUPPENSICHERHEIT

Lebenskompetenz: Positives Sozialverhalten, Teamgeist

Leitgedanke: Egoistisch sein heißt für sich sorgen können! Teilen schafft Frieden!

Pole der Bandbreite: Gruppe / Anpassung – Individualität

Mögliche Verhaltensmuster bei mangelnder Integration:

Klassenclown, Egoist, Probleme Freundschaften zu schließen, Zehenspitzengang, Unsicherheiten im Körpergleichgewicht

Stufe 6 – Urmensch – SPRACHSICHERHEIT

Ziel und Kompetenz: Position im Leben finden, Sprache als Mittel der Verständigung

Leitgedanke: Laut sein heißt nach seiner Position suchen!

Pole der Bandbreite: Körper / Ausdruck – Sprache

Mögliche Verhaltensmuster bei mangelnder Integration:

Sprachliche Probleme (nuscheln, schnell, lispeln, ungenau…), Schwierigkeiten Konflikte verbal zu lösen, muss immer der „Chef“ sein

Stufe 7 – Mensch – KOOPERATIONS- UND KOMMUNIKATIONSSICHERHEIT

Lebenskompetenz: Selbstbewusstsein und Verantwortung

Leitgedanke: Unvollkommen sein heißt noch wachsen können!

Pole der Bandbreite: Systematisierung – Empathie

Mögliche Verhaltensmuster bei mangelnder Integratoin:

Rücksichtslosigkeit, Helfersyndrom, Selbstüberforderung, Überfürsorglichkeit, wenig Freude am Tun und Handeln