Die Mischform

Ihr Kind ist intelligent, kreativ und neugierig, aber trotzdem gibt es Probleme in der Schule. Seine Lern- und Verhaltensweisen stoßen auf Unverständnis und entsprechen nicht dem, was im Unterricht erwartet wird. Die schriftlichen Arbeiten und mündlichen Noten zeigen deutliche Unterschiede auf. Vermutlich gehört ihr Kind zu den sogenannten Mischformern.

 Sie sind meist musisch oder künstlerisch begabt und haben andere Denkweisen und Strategien.

Lange Wege, viel erleben

Man geht davon aus, dass bei den meisten Menschen das Sprachhirn gegenüber der Schreibhand liegt. Bei den Mischformkindern dagegen liegen Sprachgehirn und Schreibhand auf der gleichen Seite. Hochspezialisierte kognitive Aufgaben wie Zahlenverständnis, Sprache, Wahrnehmung usw. werden bei den Mischformern nicht, wie bei den meisten Menschen, getrennt voneinander bearbeitet. Bei Mischformern ist die Verarbeitung von Daten nicht eindeutig voneinander getrennt und somit kommt es oft zu großen Datenmengen, die sich gegenseitig in der Verarbeitung behindern. Der Vogel auf dem Baum vor dem Fenster, die Spinne an der Wand, der Unterricht – alles ist für sie gleich wichtig. Die Konzentration fällt schwer, sie sind leicht ablenkbar und ermüden schnell. Das bedeutet großen Stress für diesen Menschen. Die Kurzformel für die Verarbeitungsstrategie der Mischformer „Lange Wege, viel erleben“.

Diese Kinder sind äußerst begabt, aber stressanfällig

Störungen von außen wie Zeitdruck, Lärm, Ungeduld, vorgegebene Strukturen oder Ablenkung bringen das Verarbeitungssystem eines Mischformers schnell ins Ungleichgewicht und somit kann er nicht mehr sein ganzes Potential abrufen und seine Talente zeigen.

Es gilt, diese Verarbeitungsstruktur zu stärken, die Eindeutigkeit der Spezialisierungen zu stabilisieren und bestehende Blockierungen zu lösen. Dies schaffe ich in der Evolutionspädagogik® mit gezielten evolutiven Bewegungen. Der Mischformer bekommt so mehr Klarheit und kann seine Talente und Fähigkeiten abrufen und zeigen.

„So mancher Musiker, so manche Dichterin oder Malerin bleibt unentdeckt, weil sie aus Unwissenheit nicht die entscheidenden Impulse bekommen.“

(Ludwig Koneberg, Silke Gramer-Rottler)

Wie erkenne ich einen Mischformer?

  • Lernt durch Ausprobieren
  • Legt Heft oder Blatt beim Schreiben schräg vor sich hin
  • Grobmotorische Schrift
  • Dreht die Hand beim Schreiben nach innen ein
  • Unterscheidet sich von der Mehrzahl der Menschen in seinen Bewegungsabläufen (vertauscht Besteck, zieht sich anders an)
  • Hat für alles Interesse ohne Priorität
  • Oft sehr kreativ
  • Erfasst Dinge und Vorgänge durch einen Blick – intuitiv
  • Regeln einzuhalten fällt schwer
  • Vorgegebene Strukturen machen Schwierigkeiten
  • Systemisches Denken fällt schwer
  • Hat ein starkes Gerechtigkeitsempfinden
  • das ständige in Bewegung sein, um Gedanken und Impulse unter Kontrolle zu bringen, nervt oft Eltern und Lehrer
  • Kommt aus Familien mit Linkshändigkeit
  • Hat Probleme spontan rechts und links zu unterscheiden
  • Kann unter Zeitdruck sein Wissen schwer abrufen, dies versetzt ihn in Panik
  • Manche handeln unter Stress angespannt und langsam oder andere ungenau und schnell

All diese Merkmale und Verhaltensweisen sind typisch für einen Mischformer, müssen aber nicht alle gleichzeitig auftreten.

„Jedes Kind ist kreativ wie ein Künstler. Das Wesentliche, das wir uns fragen sollten, besteht darin, wie es ein Künstler bleiben kann, wenn es aufwächst“ (Pablo Picasso)